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Badefreuden gestern und heute

Nach einem anstrengenden Arbeitstag in ein duftendes Schaumbad eintauchen, den Alltag hinter sich lassen und entspannen – mit der heutigen Badekultur knüpfen wir an eine uralte Tradition an, die bis in die Antike zurückreicht: Baden, um nicht nur den Körper, sondern auch die Seele zu reinigen. Zur Entwicklung der europäischen Bade-kultur trägt Kaldewei seit mehr als 80 Jahren wesentlich bei. Kaldewei Bade- und Whirlwannen stehen für Erholung und Wohl-fühlen in der intimen Atmosphäre des eigenen Badezimmers.

Im Laufe der Jahrtausende haben sich das Baden und sein Stellenwert in der Gesellschaft immer wieder gewandelt. Dabei ist die Geschichte des Badens von der Entwicklung des öffentlichen und des privaten Bades geprägt, das seinen Anfang bereits in der Frühzeit nimmt: 4500 v. Christus haben die Paläste in Mesopotamien Badezimmer mit tönernen Wannen beherbergt und um 1800 v. Christus gab es in der Palastanlage von Knossos auf Kreta ein privates Badezimmer gleich neben den Gemächern der Königin. Seit dem 8. Jahrhundert vor Christus lässt sich die Badekultur ausgehend von den Griechen genauer nachzeichnen. So finden in der Dichtung Homers private Bäder Erwähnung – ausgeprägter war jedoch die Kultur des öffentlichen Bades im Gymnasium, dem athletischen Übungsplatz der Griechen. Hier suchten die Männer nach sportlichen Wettkämpfen Entspannung für die Muskeln und Harmonie für Körper und Geist in Kaltbädern. Wesentlich luxuriöser zelebrierten später die Römer das Bad. Sie errichteten seit 25 v. Christus prunkvolle Thermen – mit Marmor, Gold und Silber ausgestattet, die zu beliebten Treffpunkten wurden: Im Mittelpunkt des Thermenbesuches standen neben der Reinigung und Anwendungen, wie Massagen oder Dampfbäder, vor allem die Geselligkeit und das Vergnügen. Private Bäder gab es dagegen wenig – sie waren dem Kaiser vorbehalten. Mit dem Zusammenbruch des West-römischen Reiches und dem Feldzug der christlichen Kirche gegen die antike Badekultur verschwand das Badewesen vorerst aus dem öffentlichen Leben.

Standesgemäßes Badevergnügen
Erst im Mittelalter erlebt das Bad seine Renaissance. Im 13. Jahrhundert zeigte der Adel ein deutliches Verlangen nach Körperpflege. In vornehmen Lustschlössern entstanden die ersten Badepavillons im Garten und schließlich auch die ersten Bäder neben dem Schlafzimmer. Im 16. Jahrhundert waren sie im prächtigen Stil der Renaissance gestaltet und ihr Dekor schien wichtiger als die Körperpflege. Während diese Entwicklung allein dem Adel vorbehalten war, wusch sich das Gros der Bevölkerung meist in der Küche oder besuchte öffentliche Badestuben. Sie gehörten im Mittelalter zum Alltag. Das gemeinschaftliche Baden diente vor allem dem Vergnügen:
Musikanten spielten, „Bader“ boten Dienste wie Rasieren an und Betten luden zur Ruhepause ein. Schließlich verschwammen die Grenzen zwischen Bade- und Freudenhaus und das Badehaus geriet in Verruf. So gebot die Kirche Ende des 15. Jahrhunderts dem bunten Treiben Einhalt und die öffentlichen Bäder verschwanden aus dem gesellschaftlichen Leben. Doch nicht nur das: Auch der Verbrauch an Waschwasser ging zurück, denn mit der Reformation zogen im 16. Jahrhundert trockene Hygienesitten in Europa ein. Fast zwei Jahrhunderte lang regierten Parfüm und Puder anstelle vn Wasser.

Die Rückkehr des Wassers
Im 18. Jahrhundert kehrte das Baden wieder in die Gesellschaft zurück. Auf die Zeit der Vernunft und des Scheins folgte die Rückbesinnung auf Natur und persönliche Empfindung. Ein neues Hygienebewusstsein setzte sich durch, Wasser und Baden wurden wieder salonfähig. Am Hofe genossen die Herrschaften ihre Körperpflege nun in Badekabinetts, die edel gestaltet waren und die wir heute als „Wellnessoase“ bezeichnen würden. Doch die Trennung zwischen Volk und Adel setzte sich fort: Der Durchschnittsbürger wusch sich weiterhin in der Küche oder einer Waschecke. Mit dem Verlegen von Wasserleitungen in die Häuser in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts hielten die Bäder zumindest auch in Bürgerhaus-Neubauten Einzug. Mit der Verbreitung des Hausbades kamen verstärkt Zinn- oder Zinkblechwannen in Gebrauch, sehr bald auch Badegefäße mit integrierten Öfen. Um 1890 waren erstmals gusseiserne und emaillierte Badewannen erhältlich.

Ein Bad für jedermann
Während Anfang des 20. Jahrhunderts die feudalen Bäder luxuriös gestaltet und teilweise mit Porzellanwannen ausgestattet waren, orientierte man sich etwa ab 1910 eher am amerikanischen Vorbild des funktionalen Bades: weiß, hygienisch und gekachelt. Anfang der 30er Jahre begann in den Bädern die Ära der emaillierten Stahlwannen. 1934 produzierte Kaldewei die erste frei stehende Badewanne aus Stahl-Email. Damit wurde es immer mehr Familien möglich, sich ein eigenes Bad einzurichten. Den endgültigen Durchbruch erlebte das Badezimmer für jedermann jedoch erst nach dem zweiten Weltkrieg in der Phase des Wirtschaftswunders. In den 60er Jahren startete Kaldewei schließlich die Markteroberung mit der Stahlbadewanne, die das Unternehmen mittlerweile nahtlos aus einem einzigen Stück Stahl zog. Die Eigenschaften der Stahl-Email Wannen ließen den Anteil der gusseisernen von 80 auf nur noch zehn Prozent zurückgehen. 1970 ist Kaldewei dadurch zum größten Hersteller von Bade- und Duschwannen in Europa geworden. Etwa seit dieser Zeit entwickelte sich auch das Bad wesentlich weiter. In den 70er Jahren löste nach und nach das Wohnbad, geprägt von Großzügigkeit und Behaglichkeit, das rein funktionale Bad ab. Ende der 70er Jahre brachte Kaldewei das Modell Sanistar auf den Markt – die erste Badewanne mit integrierten, zum Design der Wanne passenden Haltegriffen. Sie wurde in diesen Jahren zusammen mit der Saniform zum Erfolgsprodukt Nummer eins. Im Laufe der 80er Jahre setzte sich der Trend zum Wohnbad weiter fort. Die Ästhetisierung des Badezimmers spiegelt die geänderte Einstellung zur Körperpflege wider. Diese in angenehmer Atmosphäre zu genießen, nimmt bis heute einen hohen Stellenwert ein. Baden dient vor allem auch der Entspannung für Körper und Geist, den kleinen Fluchten aus dem Alltag. Mit seinen Bade- und Duschwannen in vielfältigen Formen – häufig von namhaften Designern wie Sottsass Associati entwickelt – trägt Kaldewei wesentlich zu dieser Badekultur bei. Deren Entwicklung gipfelt heute in freistehenden Wannen wie der aktuell mit einem Designpreis ausgezeichneten Megaform oval oder dem der japanischen Tradition nachempfundenen Kusatsu-Pool.

Die öffentlichen Badestuben der Gegenwart
Auch die Kultur der Therme und des Dampfbades lebt heute wieder auf. So laden türkische Hamams auch in unseren Breitegraden zur Erholung und zur Pflege ein. Ihr Ursprung liegt in den ersten Jahrhunderten nach Christus – damals dienten sie der Reinigung vor dem Gebet. Zentrum eines klassischen Hamams ist der Dampfraum mit einem großen beheizten Marmorstein. Hier legt man sich hin und begießt sich immer wieder mit Wasser. Haben Wärme und Wasser die Poren der Haut geöffnet, folgt die türkische Massage. Bei diesem Peeling auf orientalisch wird die Haut mit einem Handschuh aus Ziegenhaar abgeschrubbt. Dem schließt sich noch eine Seifenmassage an, nach der man dann das wohlige Gefühl der Entspannung im Ruheraum genießt.

Quelle: http://www.kaldewei.com/de/
 

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